Der PPMS, Eltern erklärt
Der Plan particulier de mise en sûreté (PPMS) ist das Dokument, das jede französische Schule und Bildungseinrichtung aktuell halten muss. Seit dem Runderlass vom 8. Juni 2023 sind der PPMS „große Risiken“ und der PPMS „Anschlag-Eindringen“ laut Éduscol, dem Portal des Bildungsministeriums, in einem einzigen, einheitlichen Dokument zusammengefasst.
Konkret muss die Schule mindestens zwei PPMS-Übungen pro Jahr durchführen, zusätzlich zu den Brandschutzübungen: eine im September/Oktober, die andere vor den Winterferien (Februar/März), wobei jede einen anderen Aspekt betrifft. Ihre Kinder kennen also grundsätzlich bereits die richtige Handlung: sich in einem Raum einschließen, sich von Fenstern entfernen, oder auf Anweisung eines Erwachsenen der Einrichtung evakuieren.
Warum man sein Kind nicht abholen sollte
Das ist der kontraintuitivste Punkt, und einer der am besten dokumentierten von den Schulbehörden, die Familien über den PPMS informieren. Drei Gründe kommen systematisch vor:
- Ihr Kind ist bereits in Sicherheit. Die Einrichtung wendet ihren Plan an und weiß, wo sich ihre Schüler befinden.
- Sie setzen sich selbst und Ihr Kind Gefahren aus. Während eines laufenden Ereignisses (Überschwemmung, Eindringen, Industrieunfall) zur Schule zu fahren oder zu laufen, kann gefährlicher sein, als dort zu bleiben, wo Sie sind.
- Sie behindern die Rettungskräfte. Ein Andrang von Eltern vor einer Einrichtung erschwert den Einsatz von Feuerwehr, Polizei oder Lehrkräften. Ebenso wird darum gebeten, die Schule während des Alarms nicht anzurufen, um die Leitungen nicht zu blockieren, die die Rettungskräfte benötigen.
Géorisques gibt in seinem Leitfaden zum individuellen Sicherheitsplan ein konkretes Beispiel: bei starkem Regen ist der richtige Reflex genau, nicht das Haus zu verlassen, um Kinder von der Schule abzuholen.
Altersgerecht über Risiken sprechen
| Alter | Was funktioniert |
|---|---|
| Kita, Grundschule | Konkrete Informationen, keine Szenarien: der Klang des Rauchmelders (mit der Testtaste), der Name eines Treffpunkts. |
| Mittelschule | Eine echte Rolle im Familienplan („du nimmst die Katze“, „du triffst deine Schwester am Punkt B“), die Verantwortung stärkt, ohne zu ängstigen. |
| Oberstufe | Lebensrettende Maßnahmen (grundlegende Erste Hilfe) und der Grund für offizielle Anweisungen, damit sie diese auch in Ihrer Abwesenheit befolgen. |
In jedem Fall geht es nicht darum, Angst zu machen, sondern das Kind handlungsfähig zu machen: ein Kind, das weiß, was zu tun ist, ist ruhiger, nicht ängstlicher.
Was ein Kind auswendig wissen sollte
Seine vollständige Adresse
Einschließlich der Stadt, nützlich, wenn es sie einem Erwachsenen geben muss, der es nicht kennt.
Eine Telefonnummer eines Elternteils
Auswendig gelernt, nicht nur in einem Telefon gespeichert, das leer oder nicht vorhanden sein könnte.
Der Name des familiären Sammelpunkts
Der, den Sie in Ihrem familiären Sicherheitsplan gewählt haben.
Fehler, die zu vermeiden sind
- Während des Alarms zur Schule eilen. Das ist der zu merkende Reflex: die Schule handelt, Sie warten auf die offizielle Information.
- Die Einrichtung während des Ereignisses anrufen. Die Zentrale muss für Rettungskräfte und Schulleitung frei bleiben.
- Nie zu Hause üben. Die Schule übt zweimal jährlich; der Haushalt hingegen selten.
- Detaillierte, angstauslösende Szenarien beschreiben. Ein Kind muss wissen, was zu tun ist, nicht alle Arten, wie eine Situation schiefgehen kann.
Ein Platz für jedes Kind im Haushaltsplan
LASTLINE ersetzt nicht den PPMS der Schule. Im familiären Rahmen kann die App Ihnen helfen:
- jedes Kind zum Haushalt hinzuzufügen, mit einem einfachen, zu bestätigenden Status („in Sicherheit“);
- ihm eine Rolle im Familienplan zuzuweisen, altersgerecht angepasst;
- Notfallkontakte und den Sammelpunkt am selben Ort wie der Rest des Haushalts aufzubewahren.
Der Status eines Kindes muss von einem Erwachsenen bestätigt werden: LASTLINE ersetzt nicht die Wachsamkeit eines Elternteils.
Meine Kinder zu meinem Haushalt hinzufügenHäufig gestellte Fragen
Darf ich mein Kind während eines Alarms von der Schule abholen?
Nein, das wird nicht empfohlen. Die Schule wendet ihren PPMS an und bringt die Schüler vor Ort in Sicherheit. Sich fortzubewegen setzt Sie und Ihr Kind Gefahren aus und behindert den Einsatz der Rettungskräfte. Die Behörden bitten außerdem darum, die Schule nicht anzurufen, um die Leitungen nicht zu blockieren.
Ist der PPMS in Schulen verpflichtend?
Ja. Seit dem Runderlass vom 8. Juni 2023 muss jede Schule und Bildungseinrichtung über einen einheitlichen PPMS verfügen, der sowohl große Risiken als auch die Bedrohung durch Anschläge und Eindringlinge abdeckt, mit mindestens zwei Übungen pro Jahr.
Wie spricht man mit einem Kind über Risiken, ohne es zu ängstigen?
Indem man konkrete Informationen statt Katastrophenszenarien gibt: der Klang des Rauchmelders, der Name des Sammelpunkts, die Nummer eines Elternteils. Ein Kind, das seine Rolle kennt, ist beruhigt, nicht ängstlich.
Was sollte ein Kind auswendig wissen?
Seine vollständige Adresse, den Vornamen und die Telefonnummer mindestens eines Elternteils, und den Namen des familiären Sammelpunkts. Ab der Grundschule kann es auch seine eigene Rolle im Familienplan kennen.
Quellen
- Éduscol (Bildungsministerium), Sicherheit von Schulen und Einrichtungen gewährleisten, Februar 2026.
- Géorisques, Der individuelle Sicherheitsplan.
Bei einem echten Alarm an einer Schule folgen Sie stets den direkt von der Schule oder den Behörden übermittelten Anweisungen.